"Langzeitarbeitslose zu gemeinnützigen Tätigkeiten verpflichten", wie Claus Pándi Christine Marek's Forderung in der KRONE umschreibt, bringt sicher etwas, ist aber zu kurz gegriffen. Denn wir haben ja nicht nur die 45.000 Langzeitarbeitslosen, sondern ebenso permanent insgesamt rund 300.000 Arbeitssuchende, denen nur 30.000 offene Stellen gegenüber stehen. 9 von 10 Arbeitssuchende gehen also auf jeden Fall IMMER leer aus!

Andererseits haben wir einen ständig wachsenden Bedarf an Gemeinschaftsarbeit bei der Kinder- und Altenbetreuung, der noch steigen wird, wenn die Wehrpflicht und damit der Zivildienst ganz oder teilweise wegfällt. Auch die Katastrophenhilfe wird dann neue Arbeitskräfte brauchen, ebenso die Landschaftspflege, wenn die Agrarförderungen weiter abgebaut werden, usw., u.s.w.

Liegt es da nicht auf der Hand, genau jetzt in der Krise (entscheidende Wendung) gleich etwas Großes aus einem Guss zu machen, von dem wir alle profitieren? Wie wäre es, wenn wir dem wachsenden Heer an Arbeitssuchenden und Pflegebedürftigen im Umwelt- und Sozialbereich einen freiwilligen aber gerecht entlohnten "Allgemeinen Gemeinschaftsdienst" gegenüberstellen?

Das erscheint auf den ersten Blick unmöglich, ist es aber nicht. Die BIONIERE Österreichs haben dazu einen ganzen Koffer voller Ideen gesammelt, der nur darauf wartet, geöffnet zu werden. Ein Blick nach Japan zeigt uns die Richtung, den österreichischen Weg finden und dann auch gehen müssen wir aber selber!

Karl W. Nowak
BIONIERE Österreichs
 

Kronen Zeitung 25.09.2010

 

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